Wie ich arbeite?

Ich entwickle keine Identitäten.
Sondern ich lege frei, was bereits da ist.

Webdesign als eine Freilegung, als ein fortlaufender Erkenntnisprozess

Die meisten Menschen denken bei Webdesign zuerst an Farben, Layout oder Technik. Für mich beginnt die Arbeit an einer Website jedoch wesentlich früher.

Bevor ich über die Gestaltung nachdenke, möchte ich verstehen, worum es eigentlich geht. Denn eine Website ist für mich keine Neuerfindung eines Unternehmens, sondern dessen Fortführung. Sie soll das Vorhandene sichtbar machen – und nicht etwas erfinden, das einfach nur gut aussieht.

Meine Arbeit verläuft deshalb in drei Schritten.

1. Erkenntnis – oder: Was ist eigentlich wahr?

Jedes Unternehmen hat eine Geschichte. Es gibt Erfahrungen, Entscheidungen, Erfolge und Veränderungen. Vielleicht existiert bereits eine Website, vielleicht auch nicht. In jedem Fall gibt es etwas, auf das wir aufbauen können.

Deshalb beginne ich mit einer Bestandsaufnahme:

  • Wer oder was steht hinter dem Angebot?
  • Worum geht es im Kern?
  • Was hat sich bewährt, was hat sich verändert?
  • Was soll bewahrt werden, was darf gehen?

Ich nenne diese Phase Konzeptualisierung. Sie dient dazu, den Kern eines Unternehmens und seines Angebots zu verstehen. Das ist mir wichtig, denn ich plane keine Website auf der grünen Wiese. Für mich entsteht eine gute Website aus der Realität eines Unternehmens – und nicht aus einer theoretischen Idealvorstellung.

2. Entscheidung – oder: Welche Richtung wählen wir?

Nachdem wir geklärt haben, wer das Unternehmen ist und wo es aktuell steht, widmen wir uns dem Blick nach vorne. Jetzt geht es um Ziele und Strategien:

  • Wohin soll die Unternehmensentwicklung gehen?
  • Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
  • Welche Leistungen sollen künftig im Mittelpunkt stehen, welche sollen in den Hintergrund treten?

Für mich bedeutet Positionierung nicht, eine Rolle zu erfinden, nur weil sie am Markt möglicherweise gut funktioniert. Ich verstehe Positionierung anders: Sie soll das, was bereits vorhanden ist, sichtbar machen. Oder anders ausgedrückt: Die Positionierung muss im Unternehmen verwurzelt sein und darf ihm nicht einfach aufgepfropft werden.

Dieser Ansatz entlastet, denn eine im Unternehmen selbst verwurzelte Positionierung muss nicht künstlich verkörpert werden. Das Unternehmen kann in der Außenkommunikation einfach zeigen, wofür es tatsächlich steht. Diese Art der Positionierung fühlt sich nicht wie eine Verkleidung an, sondern macht lediglich die Realität sichtbar. Und ist genau deswegen glaubwürdig.

3. Übersetzung – oder: Wie wird daraus eine Website?

Erst wenn die oben gestellten Fragen geklärt sind, beginnt die eigentliche Entwicklung der Website. Mit anderen Worten: Erst jetzt beginnen wir, die Erkenntnisse und Entscheidungen aus den ersten beiden Phasen in eine konkrete Form zu übersetzen. Hierbei stellen sich Fragen wie:

  • Wie strukturieren wir die Inhalte? Welche Seiten werden benötigt?
  • Welche Navigation unterstützt die Nutzer bei ihrer Orientierung?
  • Welche Gestaltung passt zur Persönlichkeit des Unternehmens?
  • Welche technischen Lösungen sind sinnvoll?

Nun werden Farben, Bilder und Layout wichtig. Sie kommen erst jetzt zum Einsatz und geben dem, was zuvor verstanden wurde, eine Form.

Fazit: Webdesign als Freilegung

Für mich ist Webdesign ein fortlaufender Erkenntnisprozess. Michelangelo soll über seinen David gesagt haben, die Figur habe bereits im Marmorblock gesteckt und er habe lediglich entfernt, was nicht zu ihr gehörte.

Ob dieses Zitat historisch genau belegt ist, spielt für mich keine große Rolle. Auf jeden Fall beschreibt es sehr gut, wie ich meine Arbeit verstehe: Ich entwickle keine Identitäten. Sondern ich lege frei, was bereits da ist. Nicht als Methode, sondern als Haltung. Ich gehe von der Realität aus und gestalte von dort aus. Nicht von einer Idee, einem Trend oder einem Framework. Sondern von der Frage: Was ist hier eigentlich der Fall?

Oder, anders und konkreter formuliert:

Ich suche nach dem Kern einer Sache.
Und übersetze ihn in eine verständliche Form.

Übrigens folgen die drei oben erläuterten Schritte – man könnte sie auch Denkhaltungen nennen – dabei keiner starren Reihenfolge. Im Verlauf des Projekts wechseln sie sich immer wieder ab. Neue Erkenntnisse führen zu anderen Entscheidungen. Entscheidungen verändern die Gestaltung. Und manchmal bringt auch die Gestaltung einen Gedanken ans Licht, der vorher noch verborgen war. Was alles zusammenhält und als roter Faden sichtbar wird: Die Fähigkeit, immer wieder neu zu beurteilen, was in diesem konkreten Projekt wesentlich ist. Ich nenne das: Urteilskraft.

Die Suche nach dem Kern endet also nicht vorschnell. Sie begleitet den gesamten Gestaltungsprozess.

Bis wir irgendwann fertig sind.
Weil nichts mehr zu viel ist.
Und weil auch nichts Wesentliches mehr fehlt.

Für den Moment.

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Dann melden Sie sich. Und wir finden heraus, was die Freilegung für Sie bedeuten könnte.

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