Ein schwieriges Thema: Browserwahl

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Browser – auch kleine Nischenprodukte. Welche Vorteile bieten diese „Zwerge“? Sind alternative Browser sicherer?

Die Sicherheit der eigenen Daten im Internet ist ein wichtiges und weiterhin aktuelles Thema. Momentan ist Phishing in aller Munde. Darunter versteht man folgendes: Um an die Account-Daten von Nutzern zu gelangen, werden gefälschte Websites programmiert, in die sich der arglose Anwender dann einloggt. Dabei fangen Betrüger die Kontodaten ab und erlangen dadurch selbst Zugriff auf das jeweilige Konto – und das kann leider häufig teuer werden.

Was hat das mit Browsern zu tun? Nun ja: Ein moderner Browser sollte über entsprechende Sicherheitsmechanismen verfügen, die Phishing anhand der gefälschten URL erkennen und entsprechend unterbinden. Aber das ist nicht alles. Was ein Browser heute können muss und worauf ein Anwender achten sollte, darum geht es im Folgenden:

Browserwahl: die Grundfunktionen

Zu den Grundfunktionen eines Browsers gehört es heute nicht nur, dass eine Website aufgerufen werden kann, auch die Speicherung und Verwaltung von Favoriten gewinnt an Bedeutung, weil immer mehr unterschiedliche Geräte verwendet werden. Außerdem soll der Schutz der Privatsphäre garantiert werden. Neben den bereits erwähnten Phishing-Angriffen ist es vor allem das sogenannte Tracking welches den Datenschützern Kopfzerbrechen bereitet

Tracking: Wer schützt meine Daten am besten?

Unter Tracking versteht man, das das Surf-Verhalten der Nutzer ausspioniert wird und man dem Anwender  anschließend personalisierte Werbung präsentiert.Auch durch die etablierten Browser wie Google Chrome, Mozilla Firefox oder Microsoft Edge werden Anwender heute getracked.

Neben der Tatsache, dass es sich dabei um einen Eingriff in die Privatsphäre des Nutzers handelt ist unklar, inwieweit diese Daten verarbeitet und v. a. auch geschützt werden. In Anbetracht der immer häufiger auftretenden Datenskandale erscheint es kaum sicher, dass die gesammelten Nutzerinformationen nicht früher oder später in die falschen Hände geraten.

Einige alternative Browser ermöglichen die Installation von sogenannten Plug-ins, die Tracking verhindern. Das Verbraucherportal Netzsieger hat den alternativen Browser „Cliqz“ hier als besonders sicher beurteilt. Die Vorteile von „Cliqz“ im Einzelnen:

  • Anti-Tracking-Plug-in vorinstalliert
  • Suchfunktion direkt in der Adressleiste integriert
  • Performance gut
  • Open Source Quellcode

Kritisiert wurde die Tatsache, dass sich anonyme statistische Daten freiwillig speichern lassen. Zusätzliche Add-ons sind leider ebenfalls nicht verfügbar.

Was Netzsieger allerdings nicht beachtet hat, aber ein grundsätzlicher Vorteil alternativer Browser sein dürfte: Die Nutzerzahlen solcher Nischenprodukte sind geringer, was derartige Browser für Hacker weniger interessant macht. Hacker haben es auf Sicherheitslücken abgesehen und je mehr Anwender einen bestimmten Browser nutzen, umso erfolgversprechender ist es, die Sicherheitslücken genau dieses Browsers auszunutzen. Nischenprodukte auf dem Browsermarkt sind nach dieser Geschäftslogik eher uninteressant.

Weitere alternative Browser mit besonderen Fuktionen

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer alternative Browser, die besondere Funktionen bieten:

  • Torch: Sehr einfaches Downloaden von Videos und die Videos können schon während des Downloads abgespielt werden.
  • BitBox: Besonders sicher vor Viren, da der Browser in einer „virtuellen Maschine“ auf dem PC ausgeführt wird.
  • Avant: Mit diesem Browser kann eine Webseite sehr einfach dargestellt werden, wie beim Internet Explorer, Firefox oder Chrome, sodass immer die optimale Darstellung ausgewählt werden kann.
  • Tor: Besonderer Schutz von Privatsphäre und Zensur kann umgangen werden.

Quelle: http://www.br.de/puls/themen/netz/alternativen-browser-chrome-100.html

Weitere Unterschiede: Performance, Apps für Mobilgeräte, Support

Performance ist bei Browsern natürlich ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Nicht jeder Browser stellt Websites gleich schnell dar. Außerdem sollte die Hardware des Rechners so wenig wie möglich belastet werden, was bei leistungsschwächeren Systemen wiederum die Geschwindigkeit erhöht und bei mobilen Geräten wie Tablets oder Laptops die Akkulaufzeit verlängert.

Mobile Apps sind ebenfalls ein wichtiges Stichwort: Idealerweise bietet der Browserhersteller auch eine mobile Variante für Android oder iOS an. Dadurch lassen sich Lesezeichen oder auch aktuell offene Tabs synchronisieren. Einige Browser ermöglichen zudem die Speicherung von Passwörtern, sodass diese nicht bei jedem Log-in erneut eingegeben werden müssen. Die Nutzung wird auf diese Weise komfortabler, die Auswirkungen bei einem Angriff potenzieren sich allerdings.

Einige Programme verfügen zudem über einen PDF-Konverter, der die Umwandlung und Betrachtung des Dokumentenformats direkt im Browserfenster ermöglicht. Zudem unterscheidet sich der Support je nach Anbieter. Wer mehrere unterschiedliche Systeme einsetzt, beispielsweise einen Windows-Desktop-Rechner und ein MacBook, sollte sich am besten im Vorfeld darüber informieren, ob der Browser auch für die unterschiedlichen Betriebssysteme erhältlich ist.

Besonders bei der Nutzung von kleinen, alternativen Browsern mit geringer Nutzerzahlen treten leider manchmal auch recht spezielle Schwierigkeiten auf: Einige Websites werden möglicherweise nicht korrekt dargestellt, weil die meisten Internetseiten nur für die großen, etablierten Browser optimiert sind. Außerdem gibt es insbesondere für Google Chrome, Opera und Mozilla Firefox viele Add-ons, die die die Nutzung komfortabler und sicherer machen können, für die Nischenprodukte aber nicht angeboten werden.

Alternative Browser: Fazit

Die Tech-Riesen wie Google und Microsoft haben großes Interesse an Nutzerdaten, die sich für viele andere Produkte verwenden lassen. Hier sind alternative Browser wirklich im Vorteil und insbesondere bei sensiblen Anwendungen kann es sich lohnen, umzusteigen.