Kick-Back-Leiden
Kick-Backs sind in diesem Zusammenhang ein ganz klarer Fall von "Streben
nach Haben".
Die Leidenslitanei (mit vielen Links und Artikeln zum Thema) gibt es
hier: http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?p=1466#1466 )
Wir Künstler gelten zwar als Unternehmer, nur handeln die meisten nicht wirklich mit kühlem Kopf. Anders als andere unternehmerische Tätigkeiten verquicken sich beim Künstlertum Ware und Selbstwert auf eigentümliche Weise: der Markterfolg wird immer auch als persönlicher Erfolg gewertet und soll die tiefe Sehnsucht nach Geliebt-Sein zu stillen. Scheitern bedeutet die über jede Unternehmenspleite hinaus: persönliche Niederlage... Die Achillesferse des Konstruktes ist die Therapiefunktion, die Kunst für so manchen Künstler hat: er will geliebt werden, und dieses Versprechen von Aufmerksamkeit ist die Mohrrübe, mit der der Karren der "Kultur" für die Nutznießer kostenfrei durch die Lande gezogen wird. (teilweise zitiert aus meinem Text: http://www.soika.com/links/archiv/texte/08d_wasistkunst.htm )
Ich wurde kürzlich gefragt, ob es für mich neben der Bestätigung in der Praxis eine innere Bedeutung der Beschäftigung mit Kunst gibt. Meine Antwort:
"Art is my Religion. Oder, wie das einer meiner Sammler einmal formulierte: "Kunst ist Masturbation." Tatsächlich ist es eine intensive, fast schon narzißtische Beschäftigung mit der eigenen Befindlichkeit, die in letzter Instanz hoffentlich zur vollständigen Entwickung des Individuums führt."
Glücklicherweise fiel mir ein sehr gutes Buch in die Hände: Investieren mit ETFs. Nun ja, jetzt weiß ich, wohin ich reisen möchte...
Abgesehen davo: bin ich immer wieder erstaunt, wie sehr Menschen manipuliert werden. Mit Lebensversicherungen, an denen in erster Linie Versicherer und Vermittler verdienen, und bei denen dem Versicherungsnehmer als Endergebnis seiner jahrzehntelangen Spartätigkeit ein magerer Nominalwert überreicht wird – der zwar faktisch der versprochenen Summe entspricht, aber über dessen tatsächliche künftige Kaufkraft er sich bei Abschluß überhaupt nicht im Klaren war. Je genauer man nachrechnet, desto größer wird das Trauerspiel...
Immobilien, ähnlich. Ich denke, das ist ebenfalls ein blendendes Geschäft für Banken und Baufirmen – aber weitaus weniger für den "Hausbesitzer". Nur sagt ihm das keiner. Der Bürger wird systematisch ausgenommen und merkt es nicht. Des Kaisers neue Kleider sind doch wunderschön...
Resultat ist immer wieder ein unfreier Mensch, der nie genug Geld hat, der hoch verschuldet wie ein Sklave von Banken abhängt, zwar seine Luxusimmobilie bewohnt, aber auch nur so lange er die Hypothekenraten abbezahlen kann.
Mir schwebt wirklich ein anderes Leben vor: frei sein und kommen und gehen zu können, wann ich will. Mein Köfferchen packen und reisen. BLOS KEIN HAUS. BLOS KEINE LEBENSVERSICHERUNG.
Beteiligungspapiere ;-))
Da ist er also, der Begriff, nach dem ich schon lange suche. Denn, ja, es gibt Bilder, die sind künstlerisch völlig uninteressant, schauen aber nett aus, sind handwerklich solide gemacht, treffen den Publikumsgeschmack (bzw. den Geschmack einer geldigen Klientel, die ansonsten wenig Ahnung hat) – und verkaufen sich prima.
Gut gemachte Dekoware eben. Mmh.