29 August 2007

Seminarnotizen

Bin auf dem Seminar "Armes Deutschland?", erfahre viel (mir) neues über Armut in Deutschland, über die Hartzgesetze, sehe Filme.

Wenn ich nun alle ausgetretenen Denkpfade verlasse, fällt mir folgendes ein: ich wohnte letztes Jahr einer Expertendiskussion zum Thema "Bedingungsloses Grundeinkommen" bei. Eine der Fragen war: Was werden die Menschen tun, wenn sie dieses Grundeinkommen erhalten - nur noch faul auf dem Sofa liegen? Eine der Panelisten antwortete: im Menschen ist Aktivität angelegt. Kleine Kinder sind immer aktiv, sie forschen, sind neugierig, probieren Neues. In der Schule wird ihnen das dann systematisch ausgetrieben... Resultat: Menschen, die in der Produktionswelt funktionieren.

Und jetzt: fliegt so ein Mensch aus der Produktionswelt heraus, verliert seinen Job, und kriegt... so eine Art "Grundeinkommen". Warum sehnt er sich zurück in den Job? Weil er wie der Kanarienvogel ist, der den Käfig nicht verlassen will, obwohl das Türchen offensteht?S

Schmerzhafter Prozess offensichtlich, wieder so unbeschwert zu werden, wie ein Kind... der inneren Neugierde zu folgen, zu forschen, Dinge zu TUN, weil sie ihn interessieren.Künstler tun das jetzt schon...

"Als ich 10 Jahre alt war, konnte ich so malen wie Michelangelo. Aber ich habe mein ganzes Leben gebraucht, um wieder so (unbeschwert) malen zu können, wie ein Kind..."
(Von wem wohl? Picasso...)


02 August 2007

Großzügiges Geben

Positive Prägungen (lese gerade ein Buch, das das Diamond Cutter Sutra erläutert, sehr spannend...)… etwas "großzügig Geben" ist sehr gut...

Man schenkt der Welt etwas, indem man Kunst schafft und ausstellt... gut so, und umso besser, je bewusster  man das tut. Das sonderbare ist: wir (Künstler) stellen jahrzehntelang auf unsere Kosten aus, bringen der Öffentlichkeit also ein Geschenk dar, fühlen uns die ganze Zeit aber so, als wären wir Bittsteller. Ich fürchte fast: das erzeugt wohl keinesfalls die optimale Prägung des großzügigen Gebens...

Der Fehler liegt dabei aber nicht in der Handlung selbst (also dem Kunstschaffen und in der Folge dem Ausstellen), sondern in der eigenen Geisteshaltung. Es gilt also, sich vom Bittsteller zum wahrhaft Gebenden zu emanzipieren. Das Handeln bleibt gleich. Die Haltung ändert sich.