30 Juli 2007

Titel

Viele Bilder sind heute ja: o. T. ? ohne Titel. Meine sind fast immer mit Titel.

Höre einen Philosophie-Podcast und lerne mal wieder was (die Schlussfolgerung ist ein wenig meine gewesen...)

Titel sind Konnotationserweiterungen von Begriffen

(s. Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Konnotation)


28 Juli 2007

Seven Years of Kunstmarkt

Ich bin ja nicht gerade bibelfest, aber?

"Sieh die Vögel am Himmel: sie sähen nicht, und sie ernten nicht, und der Herrgott ernährt sie doch..."

Das erinnert mich an die Selbstregulierungskräfte des Systems, und es weist an, auf diese zu vertrauen. Loszulassen. Leicht zu leben (statt krampfhaft zu wollen...)

Seven years of Kunstmarkt. Das war viel Sähen.

Bye-bye...


27 Juli 2007

Unternehmerinnen

Unternehmerinnenstammtisch. Frauen agieren meist so.... artig. Proper, nett präsentieren sie sich mit Business Card, Business Plan etc.

Sie präsentieren sich, nach außen hin, um, WENN sie alles richtig machen: ANGENOMMEN zu werden.

Im Moment fühle ich mich eher so: ich bin sounso und mache diesunddas. Wenn sie etwas von mir wollen, will ich dafür folgende Gegenleistung.

Ich stelle Forderungen. Zu dem Selbstverständnis muss man erst einmal kommen...


24 Juli 2007

Da haben wirs!

„Die heute notwendige Spezialisierung braucht als Korrektiv eine umfassende Allgemeinbildung und Kreativität. Dies muss Ziel jeder Ausbildung sein.“
(Sir Simon Rattle, Künstlerischer Leiter Berliner Philharmonie)

"Künstler sind die Avantgardisten unserer Gesellschaft. Wer hier hinhört und Teil hat an zeitgenössischen Entwicklungen, wird auch offen sein für neue, kreative Wege und Innovationen im eighenen beruflichen Umfeld."
(Dr. Arend Oetker, Mitglied des Kulturkreises)

"Es ist eine sehr gute Initiative, die Studenten/innen mit Künstlern zu konfrontieren, da die Fragen nach Selbstbestimmung, Selbstaufrichtung und nach Selbst-Authorisierung brandaktuell sind und immer waren, aber heute von der Kulturindustrie mit Unterhaltungsangeboten überschwemmt werden"
(Thomas Hirschhorn, Künstler)

Alles Zitate aus der Website Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V., als "die bedeutendste und traditionsreichste Einrichtung Deutschlands für die Förderung des Zusammenwirkens von Kultur und Wirtschaft": http://www.kulturkreis.org

"Der Kulturkreis möchte Unternehmen von der Notwendigkeit, in Kultur zu investieren, überzeugen, ihnen ein solches Engagement ermöglichen und sie in ihrem bestehenden kulturellen Engagement bestärken.... Heute ist der Kulturkreis ist ein Kompetenzzentrum für unternehmerische und private Kulturförderung in all ihren Ausprägungen (Spenden, Stiftungen, Sponsoring, Corporate Citizenship, Public Private Partnership)" (selbe Quelle).

"überzeugen, ermöglichen, bestärken"

Nun ja, schaumamal...



Eiertanz

Was Künstlern als Einkommensmöglichkeit immer wieder mal unterkommt sind Kunstpreise, Bildveräußerungen etc. Aber nichts, womit man tatsächlich "rechnen" kann. Kunst und Kultur brauchen jedoch langfristige Förderung, ein langfristiges Bemühen. Nur so können sich Inhalte tatsächlich entwickeln.


21 Juli 2007

Ich bin wer...

Das ist mir mittlerweile wenigstens klar. Und der Vernissagentrubel: ziemlich egal. Meine Bilder sind Ausdruck von... MIR (ich habe ewig lange nicht gezeigt, weil ich keine Lust auf "unqualifizierte Meinungen" hatte, das war eigentlich eine ziemlich gute Zeit; hoher Preis, den man als Ausstellender bezahlt... für... Meinungen...)


Selbstausbeutung

Was treibt die Künstler eigentlich in diesen selbstausbeuterischen Ausstellungsbetrieb? Der Wunsch nach Anerkennung?!... angenommen werden?!

Crux is jedenfalls: die abgelieferten Werke reden leider oft nur dem Publikum nach dem Mund (so wird man auch am leichtesten anerkannt), riskieren wenig, sagen wenig. Hobbykunst halt.

(Der malende Hobbyist... lebt Schablonenleben, Baukastenleben... setzen die Kreativklötze zusammen und kriegt dafür Applaus...)

Fazit: Ausstellen um jeden Preis, auch zu widrigsten Bedingungen...

"Die KünstlerInnen sind zur Vernissage anwesend."

JUHUU!!


Künstlerstreik

Viel (positive) Resonanz auf meinen Text. Verweigern. Was würde passieren, wenn immer mehr Menschen sich verweigern? Sich immer mehr Künstler ausklinken? Nein sagen...

"if you cannot say "no!", then what's your "yes!" worth?"


02 Juli 2007

Steuersenkung für Unternehmen

Steuersenkung für Unternehmen durch: Gewinnminderung (in Folge von erhöhten Ausgaben für Forschung und Kultur).

 

Eigentlich ist es ziemlich sinnvoll, dass Spenden (für den privaten Steuerzahler) und gewinnmindernde Ausgaben (für die Unternehmen durch in-house-Forschung bzw. Kunstmiete) das Jahresergebnis mindern und so steuern senken.

 

So zahlt man weniger Steuern und tut gleichzeitig etwas Sinnvolles!


Erfolgstyp

Prototyp eines Menschen, der nur noch an Gewinnmaximierung denkt:

 

-          sinnentleertes tägliches Handeln

-          leidenshaftes tägliches Handeln (Arbeiten = Leiden, die protestantische Arbeitsmoral)

-          Leben im hier und jetzt , aber nur als Konsument: Was kaufe ich mir als nächstes?

-          keine Prokreation, weil keine Investition (an Zeit, Geld, Aufmerksamkeit) in Dinge, die keinen unmittelbaren Gewinn  versprechen.

 

Dieser Prototyp eines – nach heutigen Wertmaßstäben – erfolgreichen Menschen, erfüllt das wichtigste aller Beurteilungskriterien positiv: Kaufkraft (bzw. Gewinn, also, Geld auf dem Konto). Andere Kriterien wie Gesundheit (Ergebnis: Raubbau, nervöser Magen, Stresssymptome, burn out), Nachhaltigkeit (high end Lifestyle, überdimensioniertes Haus, Auto, Konsumverhalten) und Sinnhaftigkeit ("Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich da so genau mache/verwalte/manage") zählen nicht.


Buchhaltungsprobleme

Kunst ist gesellschaftlich wichtig. Diese Wichtigkeit ist jedoch nur beschreibbar, nicht aber buchhalterische messbar. So sieht man Kunstwerke auch als eine Art Ware, mit der man – falls man geschickt investiert und früh genug einsteigt – riesige Spekulationsgewinne machen kann.

 

So werden alle Dinge in letzter Zeit nur noch nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen bewertet und entsprechend gefördert bzw. vernachlässigt. Und darunter ist manches, das man eigentlich (und dieses eigentlich ist Resultat eines gesunden Menschenverstandes bzw. humanistischen Weltbildes) niemals nach Wirtschaftlichkeit (wobei es auch wieder nur um die kurzfristige Gewinnmaximierung einzelner geht) bewerten werden dürften:

 

-          Medizin (Prosperierende Pharma- und Medizinlobby vs. siechendes Volk)

-          Kunst (Explodierende Auktionsergebnisse vs. künstlerisches Durchschnittseinkommen um die 500 Euro monatlich)

-          Grundlagenforschung (strahlende Bilanzergebnisse vs. Kürzung der Forschungsgeldern) etc.

 

Budgetkürungen zugunsten kurzfristige Gewinnmaximierung zehren immer von früher geleisteten Investitionen. Deswegen ist ihre Schädlichkeit erst schleppend – oft nach Jahrszehnten -  erkennbar und wird von den ehemaligen Weichenstellern (die längst nicht mehr in Entscheidungspositionen sind) als tatsächliche Ursachen meist schlichtweg geleugnet.

 

Bei Kunst und Kultur funktioniert das z. B. so: die Budgets für Kultur werden gekürzt. Die Künstler machen – ihrer inneren Berufung folgend und entgegen persönlicher Vernunft - trotzdem weiter und stopfen die Lücken aus ihren eigenen Mitteln. Erst wenn sie total verarmt sind, und ihre Aktivitäten einstellen müssen, wird das Fehlen kultureller Aktivität bemerkt.

 

Auch Forschungsgelder wurden und werden reduziert (und in der Folge steigen die Bilanzgewinne), irgendwann ist jedoch der Innovationsvorsprung aufgebraucht und das Unternehmen fällt zurück.

 

Investitionen in Wissen (und auch Kultur ist Wissen) sind Kostenfaktoren, deren Nutzen ungewiss ist. Nicht alle geförderten Unternehmungen werden von Erfolg gekrönt sein. Nicht alle indischen Patenkinder werden Medizin studieren und zu einer tragenden Säule in ihren Communities werden.

 

Soll man deswegen von Patenschaften Abstand nehmen? Übernimmt man eine Patenschaft eigentlich nur aus dem Grund, weil man hofft, eines Tages sagen zu können: "Ja, MEIN Patenkind hat Medizin studiert!" Dann wäre das so eine Art Lotterie, an deren Ende die reelle Selbstbeweihräucherung steht.

 

Kunstförderung, Wissenschaftsförderung, Patenschaften  - all das sind Handlungen von Individuen, die sich ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind und denen die Wichtigkeit von kontinuierlicher  Förderung klar ist.

 

Projektbezogene Förderung ("Du, Wissenschaftler, erfind mir mal etwas!", "Du, Kind, ich habe dich ausgewählt, und du studierst gefälligst Medizin!") ist eine Instrumentalisierung des Geförderten.

 

Was ist überhaupt: erfolgreiche Förderung? Wenn es ein verwertbares Ergebnis gibt? Ob das Patenkind jetzt Medizin oder Jura studiert, anstatt "nur" Bauer zu werden?  Grundlagenforschung ist Grundlagenforschung, deren Teilergebnisse möglicherweise ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen sind, aber die vielleicht später und in einem anderen Zusammenhang zum Dreh- und Angelpunkt für etwas bahnbrechend Neues werden.

 

Anders gesagt: kann der Förderer wirklich planen, was er tut? Kann er es wissen (ist es seine Aufgabe, es zu wissen?) Ist er Gott um im Vorhinein zu entscheiden, WAS fördernswert ist?

 

Kunstförderung, Patenschaften, wissenschaftliche Grundlagenforschung – all das  sind keine auf kurzfristige Gewinne angelegte Engagements, sondern Investitionen, die den Humus, die Lebensgrundlage für die nächsten Generationen bilden werden.

 

Oder, wenn man den Gedanken umdreht: wir vermeiden heute Investitionen um den Bilanzgewinn am Jahresende zu steigern, während wir selbst noch von den Investitionen in Wissen und Kultur unserer Vorväter zehren. Auf diese Weise hinterlassen unseren Nachkommen keinen Humus. Bald wird der, den wir noch haben, der Humus aus Wissen und Kultur, aufgebraucht sein, und unsere Nachkommenschaft dann keine Nahrung mehr finden. Unsere Gewinngeilheit ist der Grund für das Sterben unseres Volkes.

 

 


Kunstmiete

Was Künstlern als Einkommensmöglichkeit immer wieder mal unterkommt sind Kunstpreise, Bildveräußerungen etc. Aber nichts, womit man tatsächlich "rechnen" kann. Kunst und Kultur brauchen jedoch langfristige Förderung, ein langfristiges Bemühen. Nur so können sich Inhalte tatsächlich entwickeln.

 

Genau das ist das Dilemma des "Projektes", des "Events": wenn es vorbei ist, passiert nichts mehr. Als würde man die Armen zu Weihnachten an einen reichgedeckten Tisch bitten, und die übrigen Tage des Jahres, sollen sie selber schauen, wie sie zurecht kommen...

 

Eine solche Einmalspende nützt am meisten dem Gebenden, seinem Selbstgefühl (seinem Gewissen), aber der Kultur an sich: weniger.

 

Vielleicht ist "Kunstmiete" tatsächlich ein überlegenswertes Fördermodell – denn es setzt auf Kontinuität. Ein Kunstverkauf ist momentan schön, aber er ist ohne Folge, ohne Kontinuität. Ebendiese kontinuierliche Begleitung ist nützlich.

 

Und für Unternehmen ist sie steuerlich absetzbar.


Adopt an Artist

"Adopt an Artist" (http://www.adottaunartista.org/) ist eine Initiative aus Italien. Adopt an Artist... wie ein Patenkind in Indien adoptieren. Man kann nie wirklich sagen, ob aus diesen Kinder je etwas "besonderen" werden wird (man kann es auch beim Künstler nicht sagen). Aber man hat einem Menschen gefördert, und dadurch irgendwie auch: die Menschheit. Und das ist gut.