19 Oktober 2007

Verbohrtheit & Scham

zwei Dinge erstaunen mich:
  • die absolute Verbohrtheit, mit der Künstler sich an die Hoffnung klammern, doch noch entdeckt zu werden und ausreichend Geld mit Kunst zu verdienen; und dass sie bis dahin wie die Lemminge alle zur Verfügung stehendem Mittel & Vermögenswerte einsetzen, um zu überleben. Es erinnert mich fatal an Unternehmer, die eigentlich pleite sind, aber trotzdem weiterwurschteln.
  • dieses absolute Schamgefühl, das Gefühl eine "persönliche Niederlage" einzugestehen, wenn sie zugeben, dass sie doch noch einen zweiten (Brot-)Beruf haben, um über die Runden zu kommen.
Wäre die Prämisse: "Mit Kunst ist kein Geld zu verdienen." (was meiner Ansicht  nach tatsächlich der Fall ist: der SINN des Kunstschaffens liegt im allein Schöpferischen an sich, und eben nicht im "Geld verdienen".), dann bräuchte sich keiner zu schämen, der kein Geld damit verdient, und es wäre normal, als Brotberuf eine andere Tätigkeit auszuüben.

Wenn ich jetzt Analogien bilde, fallen mir folgende ein:
  • Spitzensport: dort geht es auch um die Sache; nur sehr, sehr wenige verdienen wirklich gutes Geld mit ihren Werbeverträgen; wohl keiner beginnt den Sport mit der Absicht, davon "reich" zu werden
  • Kinder kriegen -zugegebenermassen eine gewagte Analogie - aber analog zum Kunstschaffen im Sinne der Schöpferkraft. Welche Eltern zeugen ihre Kinder um eines Tags "gut von ihnen leben zu können"?!

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