Kunstmarkt
Ich stelle gar nicht aus. Es interessiert mich momentan herzlich wenig.
Ich erinnere mich gut an meine Euphorie über mein Bild in der Phoenix Gallery in New York, 2000 war das. Und jetzt: hinge eines im KKWerk, ginge mich das ziemlich am A. vorbei.
Was ist passiert?
Was ist eigentlich der Punkt am Kunstschaffen? Nicht: das Ausstellen. Nicht: das Verkaufen (war diese Woche auch noch auf einer Bürovernissage - alles war "zu verkaufen". Malen wir tatsächlich nur deshalb?)
Um das Kunst-SCHAFFEN geht es. Die uralte Diskussion aus der Cafeteria der Art Students League fällt mir wieder ein. Was denn jetzt das "Problem" bei einem Bild sei: es zu malen -- oder es zu verkaufen. Meine Argumentation damals (1994): es zu malen! Denn sonst wäre das einzige Problem, das ein Hirnchirurg hätte, ja auch: Patienten zu finden - und nicht der Job an sich.
Allmählich (bei Durchschreiten von mehr und mehr Ausstellungen) denke ich mir: verkaufen, ausstellen, das ist so ein erniedrigendes Betteln um Liebe. Dieses Fitzelchen von Berühmtheit, das man spürt, wenn man sein Bild an einer Galeriewand hängen sieht. So à la "Also ist es doch gut, was ich getan habe. Also bin ich doch ein wertvoller Mensch."
Heut weiß ich, dass man 1. ohnehin so gut wie alles ausstellen kann (so viel zur Qualität; schlimmstenfalls bezahlt man eben für die Ausstellungsteilnahme), und 2., dass die Ausstellungsangebote mit ein wenig Netzwerken quasi explodieren (siehe mein Jahr 2006).
Insofern bedeutet das Ausstellen erst einmal gar nichts, höchstens, dass ich meine urpersönliche Werbetrommel korrekt bediene, gut netzwerke und organisiere, und leidlich gute Kunst mache.
Und ansonsten hat sich meine Phoenix Euphorie von 2000 in die "Ist Kunst Luxus?"-Ernüchterung gewandelt...


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