Der Narr als Betriebswirt
"... Nach jahrelangem Gerede über "public diplomacy" und Exportförderung durch Kultur ist nun endlich wider von der Kultur selbst die Rede, vom Umgang mit der Tradition und von der Bedeutung eines langfristigen Engagements..."
"Das Gegenteil von Beständigkeit ist die permanente Bewegung. Ihr dient das "Projekt". Das Gesetz der permanenten Bewegung ist eine offenen Einladung an den Narren, sich mit seinen Einfällen in einer Einrichtung breitzumachen, die bis zu seinem Eintreffen eine Institution allenfalls war..."
"Das Gegenteil von Beständigkeit ist die permanente Bewegung. Ihr dient das "Projekt". Das Gesetz der permanenten Bewegung ist eine offenen Einladung an den Narren, sich mit seinen Einfällen in einer Einrichtung breitzumachen, die bis zu seinem Eintreffen eine Institution allenfalls war..."
(beides aus der Süddeutschen Zeitung vom 27.06.07: Feuilleton, Seite 11, Thomas Steinfeld)
Ich spinne meinen Gedanken von "Ist Kunst Luxus?" weiter... Erster Entschluss: ich werde meine öffentliche Ausstellungstätigkeit reduzieren, denn ich sehe mich als KulturSCHAFFENDE und nicht als KulturFÖRDERNDE, die ich ja dann immer bin, wenn ich aus meinem Privatvermögen öffentliche Ausstellungen sponsore.
Ich glaube, diese Unart, alles nur noch nach Wirtschaftlichkeit zu beurteilen (im Artikel geht es darum, dass das Goethe-Institut gerade von einer Unternehmensberatungsgesellschaft ge-streamlined wird und die Gefahr besteht, dass es vor lauter Einsparungen irgendewann seinem Auftrag, nämlich die deutsche Kultur im Ausland zu präsentieren, nicht mehr gerecht werden kann), ist eine Sichtweise, die kulturellen Dingen überhaupt nicht gerecht wird.
Ich schaffe Kunst. Aber Kunst ist keine "Ware". Ich "stelle keine Kunst her". um sie dann zu "verkaufen", so wie ein Bauer seine Kartoffeln auf dem Markt verkauft. Ich schaffe Kunst als Ergebnis meiner Auseinandersetzung mit der Welt.
Klar, heraus kommt ein "Bild", ein materielles "Ding", das sehr wohl handelbar ist, wie man an den Ergebnissen von Kunstauktionen sehen kann.
Aber neben der Materialität gibt es auch einen ideellen Inhalt – und der ist mit dem Instrumentarium der Betriebswirtschaft nicht greifbar. Ein Museum macht eine Ausstellung, die Kosten verursacht. Diese werden gegen die verkauften Eintrittskarten aufgerechnet. Resultat ist eine positive oder eine negative Bilanz. Aber das Museum hat dennoch etwas geschaffen, was betriebswirtschaftlich nicht erfassbar ist.
WAS?
Kunst ist Nahrung für die Seele. Kunst ist wie... Vitamine im Essen. Vitaminlose Kost füllt den Magen ebenfalls, aber langfristig wird der Körper krank. Die klapperdürren Kinder Afrikas mit ihren aufgedunsenen Bäuchen. Unser Volk wird krank, wenn wir nur noch auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit schauen. Unser Volk wird dickbäuchiger und dickbäuchiger... mit dickbäuchigen Seelen. mit klapperdürren Seelenarmen...
Kunst ist mehr als einfach nur "nett anzuschauende Bildchen". Kunst hat mit tiefen Gedanken zu tun, mit Schöpfen, mit Erschaffen. Mit Ernsthaftigkeit. Mit kontinuierlichem Bemühen. Kunst hat mit Aussage zu tun.
Die Aussage im Kunstwerk, das ist sein Vitamin. Und diese Vitamine werden unter dem Diktat von Wirtschaftlichkeit ausgespart...
Wir nähren uns heute von der Kunst, die die Generationen vor uns geschaffen haben.
Ich spinne meinen Gedanken von "Ist Kunst Luxus?" weiter... Erster Entschluss: ich werde meine öffentliche Ausstellungstätigkeit reduzieren, denn ich sehe mich als KulturSCHAFFENDE und nicht als KulturFÖRDERNDE, die ich ja dann immer bin, wenn ich aus meinem Privatvermögen öffentliche Ausstellungen sponsore.
Ich glaube, diese Unart, alles nur noch nach Wirtschaftlichkeit zu beurteilen (im Artikel geht es darum, dass das Goethe-Institut gerade von einer Unternehmensberatungsgesellschaft ge-streamlined wird und die Gefahr besteht, dass es vor lauter Einsparungen irgendewann seinem Auftrag, nämlich die deutsche Kultur im Ausland zu präsentieren, nicht mehr gerecht werden kann), ist eine Sichtweise, die kulturellen Dingen überhaupt nicht gerecht wird.
Ich schaffe Kunst. Aber Kunst ist keine "Ware". Ich "stelle keine Kunst her". um sie dann zu "verkaufen", so wie ein Bauer seine Kartoffeln auf dem Markt verkauft. Ich schaffe Kunst als Ergebnis meiner Auseinandersetzung mit der Welt.
Klar, heraus kommt ein "Bild", ein materielles "Ding", das sehr wohl handelbar ist, wie man an den Ergebnissen von Kunstauktionen sehen kann.
Aber neben der Materialität gibt es auch einen ideellen Inhalt – und der ist mit dem Instrumentarium der Betriebswirtschaft nicht greifbar. Ein Museum macht eine Ausstellung, die Kosten verursacht. Diese werden gegen die verkauften Eintrittskarten aufgerechnet. Resultat ist eine positive oder eine negative Bilanz. Aber das Museum hat dennoch etwas geschaffen, was betriebswirtschaftlich nicht erfassbar ist.
WAS?
Kunst ist Nahrung für die Seele. Kunst ist wie... Vitamine im Essen. Vitaminlose Kost füllt den Magen ebenfalls, aber langfristig wird der Körper krank. Die klapperdürren Kinder Afrikas mit ihren aufgedunsenen Bäuchen. Unser Volk wird krank, wenn wir nur noch auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit schauen. Unser Volk wird dickbäuchiger und dickbäuchiger... mit dickbäuchigen Seelen. mit klapperdürren Seelenarmen...
Kunst ist mehr als einfach nur "nett anzuschauende Bildchen". Kunst hat mit tiefen Gedanken zu tun, mit Schöpfen, mit Erschaffen. Mit Ernsthaftigkeit. Mit kontinuierlichem Bemühen. Kunst hat mit Aussage zu tun.
Die Aussage im Kunstwerk, das ist sein Vitamin. Und diese Vitamine werden unter dem Diktat von Wirtschaftlichkeit ausgespart...
Wir nähren uns heute von der Kunst, die die Generationen vor uns geschaffen haben.


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