26 April 2006

Letters to my Lover















Die Worte sind Fragmente aus Briefen, kurze Nachrichten, Einsichten, geteilte Gedanken. Sie erzählen vom intellektuellen Ineinanderdringen.

Die Zeichnungen sind Erinnerungen: an die Wege, die meine Hand über die Landschaft seines Körpers zog: Webbeschreibung, Wegzeichnung, Spur...

Die Farbe: frühlingsgleich. Farbe, die durch den Schnee dringt. die den Schnee besiegt. Reine Freunde, die Einzug hält, lichtdurchflutet, sonnig, wechselnd in ihrer Stimmung.

Fertiggemalt! Mehr: hier!


23 April 2006

Cy Twombly

Bin bei Cy Twombly, in der Alten Pinakothek.

Endlich wieder GUTE, gewichtige Kunst. Sie... LEBT. Sie hat definitiv eine Aura. Sie berührt mein Herz...

KRAFT. Darum geht es (für mich) in Cy Twomblys Kunst. Die Kraft (das Vermögen), (Dinge) zu materialisieren, Gedanken, Un-materielles in die materielle Welt zu tragen, aus dem Geistigen in die Materie hinein. Diese Arbeiten sind sehr unmittelbar. Sie sind-so - und nicht, anschließend, nachdem sie ins Leben geworfen sind, nachträglich geschönt und nach ästhetischen Kriterien zurechtgestutzt. Sie sind grob, unbehauen, wie ein Holzblock und gerade deswegen: in ihrer vollen Kraft.

Kraftvolle Arbeit in unserer raffinierten (=verfeinerten), zivilisierten, modernen Welt. Wie ein Stück Natur - und doch nicht: Im Unterschied zur Natur ist KUNST von Menschenhand geschaffen. Die Natur wird vom LEBEN (von Gott) geschaffen, und der Mensch ist auf ebendiese Weise in die (materielle) Welt gelangt.

Und nun schafft, erzeugt ER etwas.

Ein Zeichen...
DAS ist Kunst.

(Das alles schreib ich, am Fenster stehend, mit stetem Blick auf die wunderbare Skulptur Nr. 8, ein Untitled, das, als ich später nachsehe, doch einen Titel hat: "OM MA NI PAD ME HUM"... Voilá!.
Schön!


20 April 2006

Ostern

Ostern wars, und ich wo anders. Habe gestern einen langen Text zum Thema VERTRAUEN geschrieben, allerdings teilweise zu intim als um ihn hier zu veröffentlichen. Nur so viel: manche Menschen denken, sie könnten nicht lieben. Tatsächlich aber lieben sie, aber vertrauen nicht... Sie lieben, aber lassen sich nicht lieben, lassen niemanden an sich heran, in ihr Innerstes, Intimsten eindringen. Das ist ihre Schutzmassnahme.

Und jetzt frage ich mich, was passiert wenn man so ist? Das Leben funktioniert nicht ganz so einfach, wie wir das gerne hätten. Das Leben... bricht uns, und zwar so lange, bis wir uns öffnen. Vielleicht sind die "herben Enttäuschungen" eben jene Stufen auf dem Weg: Kummer und Enttäuschung, bis man die Schutzmassnahmen eines Tages beiseite lässt... Dann zuerst vielleicht aus einer Art Resignation heraus, und dann, später, überraschend: funktioniert alles.

Confiar un poco en ti, para practica uso tambien esta Santa de la India de donde aprendi mi meditacion...(es mas dificil confiar en ti que en la Santa!).

Ich vertraue Dir ein wenig. Zum Üben vertraue ich dieser indischen Heiligen, von der ich meine Meditation gelernt habe.. (ist aber schwieriger, Dir zu vertrauen, als der Heiligen!)


12 April 2006

Drifter

Bin auf so eine Art persönlichen kleinen Koans gestossen. "TU MI TU" - das klingt schon fast wie ein Mantra, ist aber einfach nur Spanisch: "Du mein Du". Verlorio and Lovers, ist das nicht eine sonderbare Kombination? Aber... nein, es passt schon. Wenn man tiefer dringt...

Was hält die Leute einander fern? Die Angst vor Verlust. Das Leugnen von Verlust. Man leugnet den Verlust total, und meint damit, vor ihm gefeit zu sein (obwohl man tief innen eigentlich weiss, dass das nicht funktioniert.). Was wäre eine Alternative? Den Verlust anzuerkennen, als reale Möglichkeit - die aber nicht eintreten MUSS. Ich glaube, indem man den Verlust verleugnet, zwingt man gerade zu, dass er passiert.

Gut, und hier meine eigennen kleinen Gedanken zum Koan:

Todavia no entiendo mi Koan. Pero creo saber de que trata: Confiar.
Yo parezco confiar. Actuo se como confiara. Pero en realidad he aceptado la muerte. El dolor total. Pero este confiar del que habla el Koan es un confiar positivo. Confiar en la vida. En alguien. Por yo confiar: SARA CONFIABLE.


Ich verstehe mein Koan immer noch nicht. Aber ich glaube ich weiss, worum es geht. Um das Vertrauen.
Ich mache den Eindruck, dass ich vertraue. Ich handle so, als würde ich vertrauen. Aber tatsächlich habe ich den Tod akzeptiert. Den totalen Schmerz.
Doch das Vertrauen, von dem das Koan spricht, ist ein anderes, ist ein positives Vertrauen. Vertrauen in das Leben. In jemanden. Und wenn ich vertraue: wird er/es VERTRAUENSWÜRDIG.


10 April 2006

Lovers

Neben den "Bildern, die es nicht geschafft haben" könnte man ja als alternatives Trauerobjekt auch mal eine Runde VELORIO auflegen, für all die Liebhaber, mit denen es nicht hingehauen hat. Stosse heute im Web zufälligerweise auf Fotos, die wohl die Thailänderin zeigen. Ganz sicher bin ich mir nicht. Dazu Jane, die mir gestern erzählt, dass man sich auch annehmen sollte in diesem traurigen, kleinen Gefühl, nicht geliebt zu sein. Das behält man ja auch immer eher für sich.

Wäre das befreiend? Gemeinsam zu trauern?
Mit jeder Menge kleiner Polaroids, von all den Typen mit denen es nicht geklappt hat? So ein reines FRAUEN-VELORIO? Könnte im zweiten Teil dann doch recht lustig werden...

In der SZ vom Wochenende steht: "Der Sozialwissenschaftler und Publizist Jan Philipp Reemtsma hat einmal beschrieben, was es bedeutet, zu verlieren: "Niederlagen sind unerträglich. Wer mit einem Geschäft bankrott macht, wessen Fuß an der Latte hängenbleibt, wer auf der Bühne ausgepfiffen wird, wer aus dem Ring geprü+gelt, wird, wem die Frau ausgespannt wird, will bestimmt auch brüllen vor Schmerz."...
(Ach ja, in dem Artikel geht es um Oliver Kahn. Und das jetzt Lehmann bei der WM im Tor stehen wird...)


09 April 2006

Velorios

VELORIO als ein gemeinschaftliches Ritual, Trauer, Schmerz, Misserfolg zu zeigen. Und sich verbunden zu fühlen, mit den anderen. WER ist denn tatsächlich frei von diesen Misserfolgen?

Telefonier mit René, und er erzählt mir so eine Geschichte, dass er, bevor er New York verlassen wird, irgend eine "aufsehenerregende Aktion" im Central Park durchführen möchte. Seine Bilder verbrennen. Schwierig finde ich das. Muss man sich schon sehr genau überlegen, damit aus der "Anklage" kein "Ausverkauf" wird... Würde VELORIO dort funktionieren? Oder ist 9-11 noch zu nah?


02 April 2006

MindMap

Zeichnete gestern so eine MindMap für das Projekt. Strukturiertes Brainstorming. Dabei fiel mir ein, dass man VELORIO wunderbar als gemeinschaftsbildende Massnahme nutzen kann. Hier zeigt doch jeder immer nur seine Erfolge... und kehrt dabei die Misserfolge am liebsten unter den Teppich...


01 April 2006

Velorio

Velorio. Trauern als ein verbindendes Element. Befreiend. Kraft freisetzend.
Wann ist mir diese Idee eigentlich gekommen? Schon vor ein paar Wochen... im Gespräch mit Wolfgang K., in dieser unsäglichen... Pizzeria. Die Arbeit von Thomas Hirschhorn. Altäre für die Künstler, die ihn für ihn wichtig, beeinflussend waren.
Daneben: die 9-11 Altäre. Die Altäre der Angehörigen von am 11. September vermissten Personen. Diese Hilflosigkeit. Dieser herzzerreissende Schmerz, die Echtheit...

... "Altar for the piece of art that did not make it."